Vorwort

KHI-Programm II. Halbjahr 2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im vorliegenden Fortbildungsprogramm für das 2. Halbjahr 2019 werden Sie nicht nur viele neue Kursthemen entdecken, sondern ebenfalls viele neue Referenten.  Der diesjährige Karl-Häupl-Kongress mit dem Leitthema „Zahnmedizin 4.0 -  reale Zukunft und Visionen“  hat zukünftige Wege der modernen Zahnmedizin aufgezeigt. Die Impulse, die von diesem Kongress ausgegangen sind, wurden bei der derzeitigen Programmgestaltung ebenso aufgegriffen wie die aktualisierten Leitlinien. Zweifelsohne spielt die fortschreitende Digitalisierung in der Zahnmedizin, die eine beeindruckende Innovationsgeschwindigkeit aufgenommen hat, bei vielen Kursthemen bereits eine wichtige Rolle. So werden an unserem Institut sowohl innovative Werkstoffe und CAD/CAM Applikationen einschließlich der Anwendung intraoraler Scanner vorgestellt, als auch weiter gehende Verfahren des digitalen Workflows, wie Facescans und CAD/ CAM basierte Mock-ups, die die Vorhersehbarkeit komplexer Behandlungsfälle ermöglichen. In der inhaltlichen Ausgestaltung der Kursthemen haben wir darauf geachtet, dass digitale Prozesse entsprechend Ihrem Praxisalltag nicht als die einzige Rehabilitationsoption angesehen, sondern parallel zu den etablierten analogen Verfahren eingeführt werden. Neben der computergestützten navigierten Implantologie werden Therapieverfahren vorgestellt, die auch in Zukunft auf den Soft Skills der Behandler basieren und auf chirurgisch-konventionellem Weg bewältigt werden. Dazu gehört insbesondere die Schaffung adäquater konsolidierter Weichgewebsstrukturen, die ein korrektes Weichgewebsmanagement in der Wechselwirkung von weißer und roter Ästhetik erfordert. Vor diesem Hintergrund werden in unseren Kursen ebenfalls mikrochirurgische Techniken vorgestellt, die in der ästhetischen Zone eine suffiziente Weichgewebskontur mit Hilfe eines geeigneten Transplantatmaterials ermöglichen. Neben unterschiedlichen Transplantatmaterialien ( autolog, allogen, xenogen ) sind für die Erreichung eines  stabilen Weichgewebes geeignete  Lappenplastiken und Nahttechniken genauso wichtig, wie die Wahl geeigneter transmukosaler Komponenten, die das Weichgewebe in der Einheilphase entsprechend konditionieren. 
Da die meisten Zahnärztinnen und Zahnärzte sich in ihren Praxen überwiegend mit Therapien befassen, die das Gebiet der Zahnerhaltung tangieren, dürfen und werden die dieses Gebiet betreffenden Themen auch in dem aktuellen Programm des Karl-Häupl-Instituts nicht fehlen. Auch wenn die adhäsive Zahnmedizin bereits seit über 25 Jahren etabliert ist, so gibt es auf diesem Gebiet nach wie vor einen enormen Wissenszuwachs, verbunden mit der Entwicklung neuer Materialien und den dazugehörigen Behandlungstechniken. Von zentraler Bedeutung in der konservierenden Zahnmedizin ist die Abkehr von der traditionellen Therapie kariöser Läsionen, bei der jegliches kariöses Gewebe aus der Kavität entfernt wurde. Seit mehreren Jahren kristallisiert sich die Tendenz heraus, die Exkavationsstrategie neu zu definieren. Darüber und über alternative endodontische Verfahren bei der direkten Überkappung und der Pulpotomie werden unsere Referenten ebenfalls berichten. 
Aufgrund der in der Öffentlichkeit geführten Diskussion über etwaige Unverträglichkeiten gegenüber dem bewährten Werkstoff  Titan bei Implantaten und die extrem seltenen Titanallergien, haben wir uns trotz vieler diesbezüglicher offener Fragen und prophetischer Verträglichkeitstestungen entschlossen, moderne Keramikimplantate vorzustellen. Klinische Aspekte zur Ein- und Zweiteiligkeit von Keramikimplantaten werden gleichfalls besprochen, wie deren jeweilige Indikationen. 
Wir beobachten seit geraumer Zeit eine Zunahme von CMD-Diagnosen bei unseren Patienten. Angesichts dieser Häufung ist es sinnvoll, an unserem Institut zeitgemäße Konzepte zur Therapie der CMD vorzustellen. Vor diesem Hintergrund hat am 11.05.2019 ein KHI-Thementag zur Wechselwirkung zwischen Kiefergelenk und Wirbelsäule stattgefunden. Dieses an unserem Institut neu eingeführte Format, das auf einer kontroversen Diskussion zwischen Vertretern des ganzheitlichen Therapieansatzes und Vertretern der primär okklusionsbezogenen klassischen Funktionstherapie basierte und in die das gesamte Auditorium einbezogen wurde, traf auf ein äußerst positives Echo. Deshalb haben wir uns entschlossen, dieses Konzept des KHI-Thementages im kommenden Jahr fortzusetzen. 
Last but not least wird die Prophylaxe als Grundlage der Zahnerhaltung bei unseren Kursen selbstverständlich nicht fehlen. Neueste Erkenntnisse zum mechanischen Biofilmmanagement werden besprochen, ebenfalls die immer populärer werdenden Maßnahmen zur Chemoprävention in der Mundhöhle mitsamt aller anderen präventiven Strategien zur Vermeidung von Karies, Gingivitis, Parodontitis und Periimplantitis.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir hoffen mit diesem vielfältigen und abwechslungsreichen Programm Ihr Interesse geweckt zu haben und würden uns sehr freuen, Sie in unserem Institut bei verschiedenen Fortbildungskursen zu treffen.

Mit besten und kollegialen Grüßen

Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz
Fortbildungsreferent

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