Vorwort

KHI-Programm I. Halbjahr 2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Halbwerstzeit des Fachwissens in der Zahnmedizin hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verkürzt. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf Forschungsergebnisse zurückzuführen, die vor allem durch die Einführung neuer Untersuchungsmethoden gewonnen werden konnten. Diese Untersuchungsmethoden basieren - wie auch häufig die modernen Behandlungstechniken - auf der digitalen Technologie. Vor ca. 30 Jahren wurde bei restaurativen Rehabilitationskonzepten die CAD/CAM-Technologie eingeführt. Am Anfang wurden Einzelzahnrestaurationen hergestellt, heute sind wir in der Lage, ausgedehnte Brückenkonstruktionen im Rahmen eines voll digitalen Workflows anzufertigen. Dazu gehören insbesondere das intraorale Abdruckverfahren, die digitale präprothetische Planung wie auch die digitale Konstruktion des Zahnersatzes. Wir müssen uns bei aller Begeisterung für diese digitalen Prozesse aber auch darüber im klaren sein, dass bei der Digitalisierung noch ein erhebliches Optimierungspotenzial besteht. An erster Stelle ist hier die digitale Abformung zu nennen. Aber auch die computergestützte digitale Steuerung der Fräsprozesse bei monolithischen Restaurationen weist sowohl beim Fräsen als auch beim 3-D-Druckverfahren immer noch Umsetzungsprobleme auf, wenn es um besonders minimalinvasive Präparationsformen geht. Von daher muss uns klar sein, dass analoge Verfahren nach wie vor ihre Daseinsberechtigung haben und in absehbarer Zukunft auch weiterhin haben werden. Nicht außer Acht zu lassen ist ebenso die Tatsache, dass es nicht die digitalen Arbeitsprozesse alleine sind, die einen langfristigen Behandlungserfolg garantieren. Es sind ebenfalls die digital verarbeiteten Werkstoffe, die den Langzeiterfolg genauso garantieren müssen. Und genau hier fehlt es noch häufig an der in Langzeitstudien bewiesenen Langlebigkeit dieser Werkstoffe. Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen, werden auch in diesem Halbjahr an unserem Fortbildungsinstitut Kurse angeboten, die bewährte analoge Verfahren und die im Rahmen dieser Verfahren verwendeten Werkstoffe zum Mittelpunkt haben werden. Unser Ziel dabei ist nicht nur, Ihnen eine Fortbildung auf höchstem Niveau anzubieten, sondern diese Fortbildung zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. Daher sind die Fortbildungsinhalte in unterschiedlichen, auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Fortbildungsmaßnahmen strukturiert.

Es werden aktuelle Updates des Fachwissens in monothematischen Kursen angeboten sowie Kurse mit besonderer Betonung der Interdisziplinarität innerhalb der Teilbereichen der Zahnmedizin, aber auch zwischen Zahnmedizin und Medizin. Nach wie vor finden Sie bei uns die erfolgreichen Curricula, die in jeweils zweitägigen Modulen abgehalten werden und mit einem abschließenden Gesamtzertifikat beendet werden können. Besonders erwähnen möchte ich die Fortbildungsveranstaltungen, die Jahr für Jahr in unseren Bezirksstellen stattfinden. Sie werden getragen von dem großen Engagement der Kolleginnen und Kollegen bei Ihnen direkt vor Ort. Die fachlichen Impulse kommen dabei sowohl von niedergelassenen, sehr erfahrenen Referenten, aber auch aus den fünf Hochschulen unseres Kammerbereichs, die jeweils eine zahnmedizinische, oder mund-, kiefer- und gesichtschirurgische Abteilung aufweisen.

Als eine völlig neue Form der Fortbildung wird am Karl-Häupl-Institut erstmalig ein „KHI- Thementag“ veranstaltet. Bei der ersten Fortbildungsveranstaltung dieser Art geht es um das im universitären Bereich wie auch in unseren Praxen kontrovers diskutierte Thema „Wechselwirkung zwischen Kiefergelenk und Wirbelsäule? - eine kontroverse Situation“. Das Besondere an dieser Art der Fortbildung im Rahmen eines Thementags wird sein, dass zwei Gruppen von Vertretern zum Teil erheblich divergierender Auffassungen zunächst ihre Positionen begründen und darstellen werden, um sich am Nachmittag in einer aufgelockerten Diskussionsrunde, verbunden mit einem kollegialen ,,Come together" den kritischen Fragen des Auditoriums zu stellen. Ich bin jetzt schon sehr auf den Ablauf und die spannende inhaltliche Auseinandersetzung bei diesem kontroversen Thema gespannt.

Am 22. und 23. März 2019 findet wieder unser traditioneller Karl-Häupl-Kongress im Kölner Gürzenich statt.

Diesmal wird das Kongressthema lauten:
,,Zahnmedizin 4.0 - Reale Zukunft und Visionen"

Es wird dabei um eine kritische Bilanz der Umsetzung der Hoffnungen und Visionen für die Zahnmedizin vom Anfang dieses Jahrtausends gehen. Die Einführung der Informationstechnik und des digitalen Workflows in der Zahnmedizin vor ca. 30 Jahren wird dabei eine zentrale Rolle spielen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Vorstand und der Fortbildungsbeirat der Zahnärztekammer Nordrhein möchten Ihnen durch das vorliegende Fortbildungsangebot in unterschiedlichen Bereichen der Zahnmedizin einen hohen praktischen Nutzen bieten und dazu beitragen, dass der Transfer aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Zahnmedizin in Ihren Praxisalltag ermöglicht wird.

Mit besten und kollegialen Grüßen

Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz
Fortbildungsreferent

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